Maurizio Andolfi.
Kinderpsychiater und Familientherapeut
Maurizio Andolfi ist ein italienischer Kinderpsychiater und Familientherapeut und eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der internationalen Entwicklung der systemischen Familientherapie. In New York und Philadelphia bei den Begründern des Fachgebiets ausgebildet, entwickelte er später sein eigenes Modell, den multigenerationalen Familientherapieansatz, der das Kind als Wegweiser für das Familiensystem betrachtet und mit drei Generationen im Raum arbeitet. Er ist Direktor der Akademie für Familientherapie in Rom, Präsident der Silvano Andolfi Stiftung und Chefredakteur der Zeitschrift Terapia Familiare. Seit mehr als vier Jahrzehnten berät er Familien und bildet Kliniker auf fünf Kontinenten aus.
Über Maurizio.
Seine Ausbildung brachte ihn in direkten Kontakt mit den Pionieren der Familientherapie. Er war Fellow in Sozial- und Gemeindepsychiatrie am Albert Einstein College of Medicine in New York und Gastprofessor am Hahnemann Medical College in Philadelphia. Er studierte am Ackerman Institute for the Family bei Kitty LaPerrière und an der Philadelphia Child Guidance Clinic bei Salvador Minuchin und Jay Haley. Von all seinen Lehrern prägte ihn Carl Whitaker am tiefsten, mit dem er fünfzehn Jahre lang studierte und später in internationalen Seminaren zusammenarbeitete.
Er war Professor am Institut für Klinische Psychologie der Universität Rom und hatte Gastprofessuren an der Edith Cowan University in Perth und der James Cook University in Cairns inne. Er gründete die European Family Therapy Association, deren Vizepräsident er war, und leitet die Akademie für Familientherapie in Rom, wo das erste Jahr der Spezialausbildung vollständig um das Genogramm der eigenen Familie jedes Kandidaten herum aufgebaut ist.
Sein klinischer Beitrag verdichtet sich in dem Ansatz, den er als Bottom-up-Ansatz in der multigenerationalen Familientherapie einführte: Anstatt die Familiengeschichte von der ältesten Generation abwärts zu sammeln, arbeitet der Therapeut von den Kindern aufwärts, die das Familienleben miterlebt haben und den Kliniker in die unvollendeten Angelegenheiten führen können. Daneben hat er jahrzehntelang an beruflichen Handicaps gearbeitet, einem Ausbildungswerk, das die klinischen Schwierigkeiten eines Therapeuten auf seine eigene Familiengeschichte zurückführt und sie als Ressourcen zurückgibt.
Er ist Autor, Co-Autor und Herausgeber zahlreicher Werke zur Familientherapie, darunter La terapia con la famiglia (1977), The Myth of Atlas (1989), Please Help Me With This Family (1994) und Teen Voices (2013, mit Anna Mascellani). Seine Arbeit wurde 1999 mit Auszeichnungen für herausragende Beiträge zur Familientherapie von der American Association for Marriage and Family Therapy und 2021 von der Australian Association of Family Therapy sowie 2016 mit einem Lifetime Achievement Award von der American Family Therapy Academy gewürdigt. Er ist Ehrenmitglied der Asian Academy of Family Therapy und besitzt die Qualifikation „Distinguished Talent“ der australischen Regierung.